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Zwischen Abwicklung und Neustart: LIV Golf – letzte Gehälter, Investoren-Poker und die Rahm-Frage

LIV Golf entlässt den Großteil seiner Belegschaft, sucht fieberhaft neue Geldgeber und steht möglicherweise vor einem Insolvenzantrag – mittendrin: Jon Rahm als dreifacher Saisonsieger und mutmaßlich größter Gläubiger des Circuits zugleich.

Jon Rahm krönte sich zum dritten Mal in Folge zum individuellen Saisonsieger. Gleichzeitig gilt der Spanier nach übereinstimmenden Medienberichten als einer der größten Gläubiger dieser selben Liga. Dazwischen: Massenentlassungen, ein noch namenloser Investor, ein mögliches Insolvenzverfahren – und die offene Frage, ob LIV Golf 2027 überhaupt auf dem Platz sein wird.

Was gesichert ist: Die Abwicklung läuft

Seit April 2026 steht fest, dass Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF (Public Investment Fund) seine finanzielle Unterstützung nach der abgelaufenen Saison einstellt. Fünf Jahre und geschätzte fünf Milliarden Dollar – damit ist Schluss. LIV Golf hat den Großteil seiner über 300 Beschäftigten entlassen.

Die finanzielle Lage ist ernst. Mehrere Dienstleister sind nach Berichten bis heute nicht bezahlt worden; laufende Klagen über insgesamt mehr als 4,2 Millionen Dollar sollen anhängig sein. Auch ausstehende Lohnzahlungen an Mitarbeiter werden gemeldet. LIV Golf hat einen Termsheet mit einem noch nicht namentlich genannten Investor unterzeichnet – der bislang einzige offizielle Schritt Richtung Neustart.

Jon Rahm: Saisonsieger und Gläubiger in einer Person

Jon Rahm verkörpert die Widersprüche dieser Krise wie kein anderer. Der frühere Weltranglistenerste aus Spanien gewann die individuelle Saisonwertung der LIV-Saison 2026 zum dritten Mal in Folge und sicherte sich dafür sechs Millionen Dollar Preisgeld.

Als Rahm Ende 2023 zur neuen Liga wechselte, soll ihm ein Vertrag im Gesamtvolumen von rund 300 Millionen Dollar zugesichert worden sein. Davon sind ihm nach mehreren US-amerikanischen Medienberichten noch neun- bis dreistellige Millionenbeträge – in Teilen bis zu 150 Millionen Dollar – nicht ausgezahlt worden. LIV Golf soll Spielern zudem Abfindungsangebote weit unter dem Nennwert unterbreitet haben. Sollte der Circuit tatsächlich Gläubigerschutz nach US-Recht beantragen – ein Chapter-11-Verfahren, das nach Berichten vorbereitet wird –, wäre Rahm voraussichtlich der größte Einzelgläubiger. Im Rahmen einer Restrukturierung könnte ihm als Ausgleich Eigenkapital an LIV-Teams angeboten werden; bei einer vollständigen Liquidation (Chapter 7) wäre seine Forderung unter allen ungesicherten Gläubigern einzureihen – mit entsprechend ungewissem Ausgang.

Was berichtet wird: LIV 2.0 und die Pläne für 2027

Parallel zur Abwicklung kursieren konkrete Szenarien für einen Neustart. Offiziell bestätigt ist lediglich der unterzeichnete Termsheet mit einem anonymen Investor. Was darüber hinaus berichtet wird, aber nicht offiziell bestätigt ist:

  • Als Hauptgeldgeber soll die Kreditsparte der britischen Beteiligungsgesellschaft BC Partners bereitstehen, die die Rolle des PIF als primären Finanzier übernehmen würde
  • Das angestrebte Investitionsvolumen liegt Berichten zufolge zwischen 250 und 350 Millionen Dollar
  • Der Spielplan für 2027 sieht rund zehn Turniere vor – fünf in den USA, fünf international
  • Spieler sollen Mehrheitseigentümer der neuen Liga sein – eine fundamentale Abkehr vom bisherigen, PIF-dominierten Modell

Alle diese Punkte befinden sich im Stadium von Berichten und laufenden Verhandlungen.

Was es für die Spieler bedeutet: Das Bekenntnis-Dilemma

Der potenzielle neue Geldgeber will Gewissheit, dass die Topstars von LIV Golf auch in der nächsten Iteration dabei sind – und gegebenenfalls selbst investieren. Namentlich von Jon Rahm und Bryson DeChambeau wird nach Berichten ein klares Bekenntnis zu LIV 2.0 erwartet.

DeChambeau, dessen bisheriger LIV-Vertrag nach der abgelaufenen Saison ausläuft, soll zuletzt eine Spielerversammlung moderiert haben, in der genau diese Fragen diskutiert wurden. Auf die Frage, wie er mit der Ungewissheit über Ligaformat und Finanzierung umgehe, äußerte sich der Amerikaner in Golf Digest so: „Ich tue alles, was ich kann, damit es klappt – und wenn nicht, dann klappt es eben nicht."

Für Rahm ist die Lage noch vielschichtiger. Medienberichten zufolge könnte er im Rahmen eines Chapter-11-Verfahrens ausstehende Zahlungen teilweise in Eigenkapital an LIV-Teams umwandeln – was ihn vom Gläubiger zum Miteigentümer machen würde. Ob und zu welchen Konditionen er diesen Schritt geht, ist eine der zentralen offenen Fragen der kommenden Wochen.

Fazit: Mehr Fragen als Antworten

Der PIF zieht sich zurück, die bestehende LIV-Struktur wickelt sich ab, und ein Termsheet mit einem Investor ist unterzeichnet. Offen bleiben: die Identität des Investors, ob und in welcher Form ein Insolvenzantrag gestellt wird, wie Rahm und DeChambeau entscheiden – und ob LIV Golf 2027 tatsächlich auf dem Platz steht. Während die letzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Zugangsdaten abgeben, werden in Hinterzimmern Entscheidungen getroffen, die den Profi-Golfsport auf Jahre prägen könnten.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.

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